Nur Stress oder doch Burnout?

Nur Stress oder doch Burnout?

Woche 2

Burnout kommt nicht über Nacht. Eh klar. Er gehört ja nicht zu den Mainzelmännchen die nachts kommen und heimlich die Kleidung enger nähen…. wobei?!

Nein, Spass bei Seite. Mein Burnout kam langsam, schlich sich ein und machte es sich bequem. Da ich immer wieder mit depressiven Phasen in meinem Leben konfrontiert gewesen bin, fiel es mir erst gar nicht wirklich auf, dass dieses Mal etwas anders ist. Dem letzte Woche erwähnten Schlafmangel geschuldet, konnte sich dieser Burnout manifestieren und saugte buchstäblich an allen Ecken & Enden meine Energie ab und ließ leider wenig übrig von den Dingen die mir einst Kraft & Freude brachten. Soweit, dass diese Dinge gefühlt komplett verschwanden und ich nur mehr damit beschäftigt gewesen bin meinen Alltag zu „überleben“. Ich wurde z.B. ängstlich vor objektiv gesehen harmlosen Dingen – wie dem Weinen von Maxi wenn er aus dem Schlaf erwachte. Maxi war als Baby ein guter Schläfer, aber Aufwachen ohne Weinen war selten der Fall und sobald er einschlief, trieb mich die Angst um, gepaart mit einer inneren Anspannung dieses Geheule so schnell wie möglich unterbinden zu müssen, um Maxi zu vermitteln, dass alles gut ist und Mama und / oder Papa da sind.

Leider begleitete mich dieses Gefühl der Anspannung von Anfang an und nahm mir die Selbstsicherheit nach der Geburt viel alleine mit Maxi zu unternehmen oder Dinge etwas lockerer zu sehen. Es ließ mich mich noch mehr an Routinen und fixen Abläufen festhalten. Das gab mir Sicherheit, aber zu einem hohen Preis, denn wenn etwas mit einem Baby nicht so wirklich funktioniert, dann ist es ein Alltag der sich an feste Uhrzeiten hält. Und sobald unser Alltag abwich, begann das Engegefühl in der Brust – wie Schmetterlinge im Bauch, nur einen Stock höher und auf die ungute Art. Ich wurde zittrig, es bedurfte mehr Anstrengung mich zu konzentrieren und schlussendlich ging alles auf meine Ohren. Bin ich gestresst, dann höre ich schlechter. Besonders wenn es eine Geräuschkulisse drum herum gibt, dann muss ich tatsächlich mit auf die Lippen meines Gesprächpartners achten, um zu verstehen was man mir sagen möchte. Das war schon immer so, auch bei der Arbeit lange bevor Maxi geboren wurde. Doch mit einer grossen Portion Schlaf und einem guten Essen war das buchstäblich gegessen. Nun nicht mehr.

Aber wie merkte ich dann, dass dieses Mal wieder externe Hilfe von Nöten war?

Man sagt mir nach, ich sei etwas obsessiv was Filme, Schauspieler & Serien angeht. Ja, schuldig! Und daher kreisen auch immer wieder Zitate durch meinen Kopf. Eines das mir schon oft half: „Stay Liquid!“ aus der Serie S.W.A.T.! Sprich, nicht auf etwas versteifen, sondern immer anpassungsfähig bleiben. Aber genau diese Fähigkeit ging wie oben beschrieben langsam den Bach hinunter und schwamm mit wehenden Fahnen davon. Und das erschreckte mich. Ich war so darauf fokussiert, dass alles seinen genauen Ablauf einhielt, bis zu dem Moment als wir Anfang September krank wurden und nichts mehr den Routinen entsprach, die mir Sicherheit versprachen.

Und da kam der Moment an dem ich weinend an meinem Esstisch saß und keinen Weg mehr aus meinem Dilemma sah, den ich aus eigener Kraft hätte schaffen können.

Dr. Google weiss es „besser“ und so stolperte ich online über einen Selbsttest zum Thema Burnout und Stress. Ich weiss, Dr. Google ist nicht unbedingt der Arzt dem man vertrauen sollte, doch dieser Test brachte mich zu meiner Therapeutin bei der ich nun bin und dafür bin ich unendlich dankbar, denn es passte von Anfang an und ich fühlte mich aufgehoben und verstanden.

Natürlich äussert sich Stress bei uns allen auf unterschiedliche Art und Weise. Folgende Punkte konnte ich aber in meinem Erstgespräch der Therapie mit Ja beantworten und erreichte unabsichtlich damit den Status Burnout – statt „nur“ Alltagsstress:

  • Innere Anspannung, Nervosität & zittrig sein im Alltag
  • Schlafmangel & stetige Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsprobleme
  • Wortfindungsprobleme
  • Empfindlichkeit auf den Ohren
  • Gereiztheit
  • Energiemangel
  • Depressive Verstimmung
  • Verdauungsprobleme, Migräne & Rückenschmerzen
  • Gleichgültigkeit an Dingen die einst wichtig und wertgeschätzt gewesen sind
  • Pingelige Ordnung ( zumindest optisch )

Aber die gute Nachricht, es gibt zumindest drei Dinge die ich nicht auf meiner Liste stehen habe, worüber ich sehr glücklich bin: Rauchen, Alkohol, Drogen. Yay! Etwas Galgenhumor muss manchmal sein, richtig?

Jeder Tage bringt ein bis zu alle dieser Symptome mit sich und auch wenn man nicht alle auf einmal angehen kann, so finden sich Wege sich selbst etwas Gutes zu tun. Manchmal hilft auch der Gedanke alleine, dass man überhaupt etwas tun kann, sei die Wirkung noch so klein. Und so habe ich nun ein paar Dinge die ich versuche in meinen Alltag einzubauen, um etwas Kraft zurück zu gewinnen.

Ganz oben auf der Liste stehen meine geliebten Yankee Candle Duftkerzen die ich in meiner Zeit in den USA kennen gelernt habe und die es zum Glück natürlich nun auch hier gibt! Vor allem die Duftsorte „Clean Cotton“ hat es mir angetan und verströmt einen angenehm heimeligen Duft – ein bisschen wie frisch gewaschene Wäsche. Oh oh … ich höre den Sauberzwang anklopfen!

Erweitert wird das Repertoire durch Ashwagandha Kapseln die mir eine ganz liebe Freundin empfohlen hat, die selbst einmal in einer ähnlichen Situation gewesen ist, wie ich es nun bin. Ashwagandha wird seit Jahrhunderten in der indischen Medizin gegen Stress, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche eingesetzt. Die beruhigende und entspannende Wirkung, der bei uns als Winterkirsche bekannten Pflanze, kann auch bei Angstzuständen und Depressionen helfen und gibt es sowohl als Pulver als auch als Kapseln, welche ich bevorzuge.

Es sind Babyschritte, aber es sind vollwertige Schritte und sie gehen in die richtige Richtung. Und um den Schritt eines weiteren Blogposts zu zelebrieren, schmeiße ich jetzt meine Kaffeemaschine an und tänzle dazu zu einem meiner absoluten Gute-Laune-Songs von Michael Bublé: Such a night!

Bis bald,

Eure Maggy*

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