Anfang. Come fly with me!

Anfang. Come fly with me!

Woche 1

Da sitze ich nun, die heisse Tasse Kaffee neben mir die mir mit ihrem verführerischen Duft suggeriert dass 5.45 Uhr tatsächlich eine legitime Zeit ist um Aufzustehen. Hund & Kind sind versorgt, der Airspeaker säuselt leise Toni Benett „Come fly with me“ durch´s Wohnzimmer.

Klingt verlockend oder? Einfach weg fliegen, die Segel streichen und dem Alltag entkommen, irgendwo far far away einen gekühlten Gin Tonic schlürfen und sich wundern wieso die immer Zitrone rein geben statt Gurke…

Aber von Anfang an. Wir schreiben die 1. Woche eines neuen Abschnitts in meinem Leben: Diagnose Burnout. Einen Abschnitt den ich so definitiv nicht hab kommen sehen und der sich zwar nun in Retrospektive nicht mehr unerwartet anfühlt, aber dennoch wird es dauern bis ich mich zurecht finde. Und vor Allem – bis ich wieder das Gefühl haben werde festen Boden unter den Füssen zu haben.

Anfang September 2021 kam mein kleiner Sohn Maxi in den Kindergarten. Er ist nun ganze 3 Jahre alt und wie viele von Euch wissen, ganz besonders die Eltern unter Euch, bringen Kids vom Kindergarten allerlei Ungesundes mit wie Krankheiten und deren Erreger. Hätte ich darauf gewettet dass uns das genau so ergeht, oh da wäre ich jetzt reich! Doch das Ausmaß dass das Ganze annahm war dann doch sehr überraschend: Alle Beteiligten lagen krank im Bett. Angefangen von Maxi, über seinen Papa, die Oma und natürlich blieb auch ich nicht verschont. So tümple ich nun seit 6 Wochen herum mit Infekten, Fieber, Husten und seit gestern einer Bronchitis oben drauf die einem zudem den Schlaf raubt.

Wobei wir schon bei dem ersten Thema sind das mich buchstäblich ausbrennen ließ: Schlafmangel. Der begann am 03.09.2018 um 08.29 Uhr. Das ist Maxis Geburtstag. Und da begann der Zyklus der im Nachhinein tatsächlich persönlichkeitsverändert gewesen ist. Maxi kam mit einem geplanter Kaiserschnitt zur Welt, alles verlief gut und mit seinem Papa an der Seite war ich wohl behütet und der Kleine rund um gut versorgt. Es fehlte uns an nichts, die Schwangerschaft verlief gut, dennoch war die Nacht vor der Geburt sehr schwer für mich. Ich war angsterfüllt vor der Narkose, dem Katheter, dem Eingriff an sich und natürlich dem Mamasein. Das beginnt für mich bereits vor einer Geburt, aber ist der kleine Knopf erstmal da, dann geht´s erst richtig los!

Die Gedanken kreisten bereits in der Schwangerschaft, ich selbst bin adoptiert und habe für mein Empfinden ein etwas anderes Verhältnis zu Muttersein & Schwangerschaft, dazu wie Familien entstehen und all diesen mystischen Zugängen zu dem Thema die Blutsbande über alles stellen. Leider war es beinahe wie eine selbsterfüllende Prophezeiung, dass es mir bis heute manchmal schwer fällt dieses ganze Thema Mutterschaft. Klassisch folgt nach so einer Aussage von Müttern die das Selbe beschäftigt dann der Satz: Aber ich liebe mein Kind (dennoch) von ganzem Herzen! Traurig, dass man sich gedrängt fühlt, das immer dazu sagen zu müssen, dieser Drang sich rechtfertigen zu müssen. Denn, jemand den das Thema nicht selbst beschäftigt, der kann & wird meiner Erfahrung nach auch mit der besten Erklärung nicht wirklich ein Verständnis oder ein Gespür dafür entwickeln was besagte Mutter empfindet oder umtreibt. Die Liebe gepaart mit Schuldgefühlen, die Freude am eigenen Kind und gleichzeitig der Wunsch nach Zeit ohne Kind & Kegel, oft der Verlust der Wertschätzung durch z.B. die Arbeit der man davor nachging und dem Gefühl dass Mutterschaft eine unbeschreibliche Wertschätzung & Wertschöpfung sein kann, aber dennoch nicht das Selbe ist. Dass Gespräche mit anderen Müttern und Eltern bereichernd und wichtig sind, aber es auch manchmal Gesprächen bedarf die ganz andere Themen bearbeiten und andere Areale im Hirn ansprechen und stimulieren als „Babytalk“.

Doch am Anfang ist alles Neu und man weiss Dinge erst, wenn man mit ihnen konfrontiert ist, im Positiven wie im Negativen. Und eines dieser negativen Dinge war der Schlafmangel der 2018 einsetzte. Ich muss gestehen, ich bin eine Schlafmütze. Schon seit meinen Teenagerjahren weiss ich, dass ich viel Schlaf brauche. Genau genommen exakt 8 Stunden pro Nacht. Dann geht´s mir gut, dann habe ich Energie für den Tag und seine Herausforderungen. Zu sagen ich habe mich damals wie Herkules gefühlt wäre maßlos übertrieben, aber würde man mir heute 8 Stunden seligen Schlaf geben, dann wäre ich zumindest so fit wie Xena!

Schlafmangel gehört zu einem der gravierenden Risikofaktoren eines Burnout, kann aber gleichzeitig auch eine Folge und somit ein Symptom sein, eine Katze die sich in den Schwanz beißt sozusagen. Treffend, dass ich um diese Uhrzeit also hier sitze und tippe während draussen rabenschwarze Nacht ist und nur der Mond ein schimmerndes Licht auf die Strasse vor dem Fenster wirft. Passend dass bald Halloween vor der Tür steht – ich liebe Halloween! Doch bis Halloween dann anklopft möchte die Zeit nutzen um wieder gesund zu werden und einen gangbaren Schlafrhythmus zu etablieren. Dieser beinhaltet z.B. dass Maxi nicht nur in seinem Bett einschläft sonder auch durchschläft sobald wir beide wieder fit sind. Ich werde Euch zu diesem (Langzeit-)Projekt auf dem Laufenden halten und freue mich über Eure Tipps zu diesem Thema!

Ich wünsche Euch einen ausgeschlafenen Start in Euren Tag!

Bis bald,

Bussis Maggy*

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